Auf die Barrikade! Eine Ausstellung zu Michail Bakunin und Richard Wagner mit einem Fenster in die Gegenwart – 2024
Wagner-Stätten Graupa
Im Frühjahr 1849 begegnen sich der Komponist Richard Wagner und der russische Berufsrevolutionär und Anarchist Michail Bakunin in Dresden. Bakunin war zuvor jahrelang in Europa von einem Unruheherd zum anderen unterwegs, um die Revolution zu anzufachen, Wagner, der Königliche Hofkapellmeister, der durch die sozialen Zustände in seinem Orchester berührt ist und eine Theaterreform umsetzen möchte. Beide sind fasziniert voneinander, beide eint der Gedanke, dass, ehe etwas Neues entstehen kann – Wagner verbindet dies mit dem Entstehen einer „neuen wahren Kunst“ – zuvor „alles Alte“ zerstört werden müsse, eine Position, von der sich Wagner im Alter löst.
Ausgehend von den Ereignissen der 1849er Revolution und ihrer Protagonisten hinterfragen die Ausstellungsmacher, Jean Kirsten, Dresdner Künstler und der Politikwissenschaftler Andreas Schwab, Positionen Intellektueller, Künstler und Kulturschaffender der heutigen Zeit. Sie stellen die Frage nach Haltungen, die angemessen sind für eine demokratische Gesellschaft wie die unsere. Unter den Schlagwörtern „BARRIKADE“ und „RÜCKZUG“ verweisen Zitate auf Denkstrukturen der Menschen der Jetzt-Zeit, die von direkter politischer Beteiligung bis zum Rückzug ins Private und einer Äußerung in ausschließlich künstlerischen Formen reichen.





