Baustelle Fortschritt: Emil Zbinden und der Staumauerbau Grimsel-Oberaar – 2018

Schweizerisches Alpines Museum Bern

Zweithöchste Staumauer der Welt, höchst gelegener Stausee der Alpen, erstes vollständig unterirdisches Kraftwerk der Schweiz – Superlative haben seit jeher den Kraftwerksbau im Berner Oberhaslital geprägt. Tatsächlich gehört die Grimselpassregion zu den eindrücklichsten «Energielandschaften» der Schweiz. Zu diesen Bauten zählt auch die Staumauer Oberaar, welche die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) von 1950 bis 1954 erbaut haben. Die alpin gelegene Grossbaustelle lockte einige Künstler und Fotoreporter an. Einer davon ist der Berner Holzstecher, Maler und Zeichner Emil Zbinden, der in einer Arbeitsgemeinschaft mit Eugen Jodie und Rudolf Mumprecht von 1950 bis 1953 jeweils im Sommer mehrere Wochen auf Oberaar verbracht und hier eine neue Form der Alpenmalerei gefunden hat: die Verbindung von Technik und Fels.

Die Ausstellung «Baustelle Fortschritt. Emil Zubinden und der Staumauerbau Grimsel-Oberaar» im Alpinen Museum der Schweiz stellt die Werke des Künstlers den Fotos von Heinz Bysäth, Anita Nies, Hans Tschirren und Jakob Tuggener gegenüber, die in der gleichen Zeit ebenfalls grössere Arbeiten schufen. In diesen Jahren wurden auch Forderungen von Natur- und Landschaftsschützern laut, die schliesslich zu Beginn der 1960er-Jahre zu den ersten Gesetzen im Umgang mit natürlichen Ressourcen führten. Auch der Bau der Staumauer «Grimsel-Oberaar» blieb von solchen Diskussionen nicht unberührt. Heute, in der Zeit der «Energiewende», kommen Speicherkraftwerke wie «Oberaar» als Energiespeicher erneut in die Diskussion.

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