Das Abenteuer Bildung – 2013
Vögele Kulturzentrum Pfäffikon
Kindergarten, Schule, Aus- und Weiterbildung, individuelle Interessen, Neugier und Forscherdrang – Bildung begleitet uns ein Leben lang. Sie ist das wertvollste Gut einer Gesellschaft, denn in ihr geben wir Wissen und Werte, Kompetenzen und Kreativität weiter: die Basis gesellschaftlicher Innovation.
Die Ausstellung lädt ein zu einer Entdeckungsreise durch die unterschiedlichen Dimensionen von Bildung in Geschichte und Gegenwart, stellt sie auf die Probe und fragt danach, welche Bildung wir uns für die Zukunft wünschen.

Die kritische Diskussion um Fragen der Bildung ist indes ebenso wenig neu wie die Suche nach utopischen Entwürfen. Über Jahrhunderte wurden immer wieder neue Konzepte entwickelt, und manches, was heute mutig und unverbraucht erscheint, war bereits zu früheren Zeiten der letzte Schrei. Daher lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, um Ideen für die Zukunft zu entwickeln.
Pausenplatz
«Das Beste am ganzen Tag, das sind die Pausen. Das war schon immer in der Schule so.», sang Roy Black 1971 gemeinsam mit der zehnjährigen Anita Hegerland. Also keine Angst vor trockenen Schullektionen, denn am Beginn der Ausstellung steht die Pause. Auf dem Pausenplatz, inmitten der Zeichnungen für das Kinderspiel «Himmel und Hölle» erinnern sich zehn Menschen zwischen zehn und hundert Jahren an ihre schönsten und an ihre schlimmsten Bildungserlebnisse.
Bei der eigenen Bildung ist jeder ein Experte, jeder hatte mit Bildungsinstitutionen zu tun. Begeistert oder widerwillig hat man Schule und Ausbildung absolviert, eifrig oder missmutig Fortbildungen besucht. Leichter oder schwerer ist einem das Erlernen von Sprachen, mathematischen Rechenwegen oder Gedichten gefallen. Unabhängig von den Pflichtveranstaltungen in Sachen Bildung hat jeder individuelle Interessen, Hobbys und Themen, zu denen er jedes Buch verschlingt, das er in die Hände bekommt, und regen Austausch mit Gleichgesinnten führt. Wir sind gespannt: Unterscheiden sich die Erlebnisse der ganz Jungen von denen der Senioren? Gibt es überraschende Gemeinsamkeiten? Was sind Ihre Frustrations- und Erfolgserlebnisse?
«Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.»
(Karl Kraus)
Was ist eigentlich Bildung? Imposante Bücherwände? Ja, aber nicht nur. Mühseliges Vokabelnlernen? Ja, aber nicht nur. Spielerische Selbstentfaltung? Ja, aber nicht nur. In der Gegenwart und Geschichte wurden unterschiedliche Bildungskonzepte entworfen. Die Ausstellung veranschaulicht die Aspekte, die aus Sicht der Kuratoren bis heute höchste Relevanz haben.
- Wissen: «Wer nichts weiss, muss alles glauben.» (Maria von Ebner-Eschenbach) Unter dem Begriff Allgemeinbildung wird das als abgesichert geltende Wissen einer bestimmten Zeit und Gesellschaft verstanden. Eine Aufgabe der Schulbildung besteht in der Vermittlung dieses Wissenskanons. Die Lehrpläne für die Jüngsten spiegeln wider, was gegenwärtig als grundlegend angesehen wird. Teilen Sie diese Einschätzung?
- Kompetenzen: Bildung ist in unserer Gesellschaft eng an die Schriftkultur gebunden. Daher bilden die grundlegenden Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen die Basis für jede Bildung. In der Berufsausbildung und nicht «zuletzt on the Job» erlernt man weitere spezifische Fertigkeiten. Was aus Ihrer Ausbildung nützt Ihnen heute noch etwas? Was ist überholt?Für das Zusammenleben sind soziale Kompetenzen nötig. Sollte mehr Augenmerk auf das Erlernen von Techniken der Kommunikation und der Konfliktlösung gelegt werden?
- Disziplin: «Ohne Fleiss kein Preis», weiss der Volksmund. Ohne Sitzleder, regelmässiges Üben und Beharrlichkeit bleiben Talente unausgebildet. In Klosterschulen etwa herrschte eine höchst disziplinierte Lernatmosphäre als Grundlage für das Erlernen von umfangreichem Wissen. Fehlt es daran heute vielleicht ein wenig? Während sich wohl niemand nach der Prügelstrafe zurücksehnt, stellt sich doch die Frage, ob Techniken zur Selbstdisziplin Teil der Schulbildung sein sollten? Wie kann Selbstdisziplin auch ohne Strafen und Zwang vermittelt werden?
- Selbstverantwortung: Im Kontext der Bewegung der antiautoritären Erziehung entstanden in den 1970er Jahren Schulmodelle, die auf die Herausbildung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung bei den Schülerinnen und Schülern zielten. Nicht jedes dieser Experimente wird heute als geglückt angesehen. Wären Sie gerne in eine solche Schule gegangen?«Hilf mir, es selbst zu tun.» ist eines der bekannten Mottos der von Maria Montessori entwickelten Reformpädagogik, die die Eigenständigkeit und Eigenwertigkeit jedes Kindes in den Vordergrund stellt.
- Kreativität: Verwandt sind die Bildungsideen der 68er mit einigen heutigen Schulmodellen, die gezielt die kreative und künstlerische Seite der Schüler und Schülerinnen fördern: Phantasie als Hauptfach. Kam die Phantasie auf Ihrem Bildungsweg zu kurz? Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder?




